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Hygienegerechte Gestaltung von Bauteilen für die Lebensmittelherstellung(Schwachstellenanalyse durch Tests und numerische Berechnungen )Gerhard Hauser *, Henk Krüs ** |
Inhalt
1 EinleitungObwohl Anlagen zur Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln von jeher speziellen Anforderungen an Hygiene genügen mußten, stand in verschiedenen Bereichen der Lebensmittelindustrie lange Jahre die funktionelle verfahrenstechnische Gestaltung im Vordergrund. Hygienische Verhältnisse in Apparaten und Anlagen konnten nahezu in jedem Fall durch entsprechend abgestimmte (aggressive) Reinigungs- und Desinfektionsmittel sowie Anpassung der Reinigungsprozesse (Zeitdauer, Temperatur) erreicht werden. Durch Einführung der europäischen Maschinenrichtlinie wurden erstmals 1995 Anforderungen an eine hygienegerechte Gestaltung von Apparaten und Anlagen - auch im deutschen Sprachgebrauch mittlerweile als "Hygienic Design" ein Begriff - zur gesetzlichen Verpflichtung. Durch die erforderliche Kennzeichnung mit dem CE-Zeichen muß der Hersteller heute garantieren, daß er neben dem Stand der Technik für Sicherheit auch die notwendigen Regeln für Hygienic Design bei allen Konstruktionsteilen angewendet hat, die mit dem Produkt in Berührung kommen. Damit sollen Komponenten und Anlagen so gestaltet werden, daß sie leicht zu reiningen sind und ein sicheren Reinigungserfolg garantieren. In diesem Zusammenhang stehen zwei Aspekte im Vordergrund: Zum einen dürfen von Anlagen der Lebensmittelindustrie keine Gefahren durch mangelhafte Hygiene ausgehen, indem sich z.B. Mikroorganismen an schlecht gestalteten Stellen vermehren und Produkte infizieren können. Zum anderen soll die Reinigung aus Gründen der Umweltbelastung mit minimalem Aufwand eine optimalen Erfolg garantieren. Für den Konstrukteur ergibt sich das Problem, daß er sich durch diese Entwicklung mit Anforderungen an die hygienegerechte Gestaltung von Anlagen und deren Komponenten konfrontiert sieht, die bei seiner Ausbildung nicht berücksichtigt werden. Er ist daher auf Möglichkeiten angewiesen, sich auf diesem für ihn fremden Gebiet zu informieren und weiterzubilden. Neue europäische Normen wie z.B. der Entwurf PREN 1672, der grundlegende Anforderungen definiert und an einfachen Konstruktionsbeispielen aufzeigt, leisten dabei Hilfestellung. Zusätzlich spielt jedoch für ihn speziell das Verständnis grundlegender Einflüsse für die praktische Anwendung eine entscheidende Rolle. Im folgenden Beitrag soll in erster Linie auf Aspekte der Gestaltung unter strömungstechnischen Gesichtpunkten eingegangen werden, wobei an einfachen Beispielen ein Vergleich von Ergebnissen durch Hygienetests und der Berechnung der maßgebenden Einflüsse mit Hilfe von numerischen Methoden aufgezeigt werden soll. Als Basis der Darlegungen werden zunächst einige wesentliche Zusammenhänge dargestellt. |
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